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Transformations-Exkursion: KI trifft Industrie – Supercomputing für den Mittelstand

Stuttgart, April 2026 - Früh morgens um 8:00 Uhr startete der Reisebus am Park & Ride Westhausen an der A7 – pünktlich und mit guter Stimmung an Bord. Am Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) angekommen, fanden sich rund 30 Unternehmensverantwortliche, Führungs- und Fachkräfte aus Wirtschaft und Politik der Region Ostwürttemberg zusammen, um einen seltenen Blick hinter die Kulissen HammerHAI zu werfen: Deutschlands neuer KI-Plattform für Fertigung, Ingenieurwesen und Forschung.

Nach der Begrüßung und Einführung in die Tätigkeiten des HLRS durch Dennis Hoppe, Abteilungsleiter, Converged Computing, eröffneten Sandra Rohner und Thomas Usländer das Fachprogramm mit einer Vorstellung der KI-Allianz Baden-Württemberg und des Projekts Datenplattform. Beide machten deutlich, welche strategische Bedeutung interoperable Dateninfrastrukturen, gerade in Zeiten des strukturellen Wandels, für Branchen wie Automotive, Maschinenbau und Zulieferindustrie haben.

Im Mittelpunkt der Exkursion stand die direkte Begegnung mit modernster Technologie: Während eine Gruppe den praxisnahen Workshop von SICOS-Experte Dr. Andreas Wierse absolvierte, erkundete die andere den Höchstleistungsrechenraum des HLRS sowie das Visualisierungslabor „CAVE". Für viele Teilnehmenden war der Besuch im Rechenraum ein Schlüsselmoment: Plötzlich wurde greifbar, dass Supercomputing keine abstrakte Zukunftstechnologie ist, sondern bereits heute für industrielle Anwendungen zur Verfügung steht. Eine Anekdote blieb dabei besonders im Gedächtnis: Der Cray-2-Supercomputer, 1985 am HLRS in Betrieb genommen, verfügte über eine Rechenkapazität, die in etwa der ersten Version einer Apple Watch aus dem Jahr 2015 entspricht: ein eindrucksvolles Bild dafür, wie rasant sich die Technologie seither entwickelt hat. In dem würfelförmigen Visualisierungslabor „CAVE" konnten die Teilnehmenden mit 3D-Brille in vollständige Augmented-Reality-Umgebungen eintauchen und erleben, wie Produktionsprozesse, digitale Zwillinge oder Strömungsberechnungen räumlich begehbar werden.

Der Workshop unter dem Motto „Daten als Rohstoff, KI als Werkzeug – Potenziale im eigenen Unternehmen erkennen" lieferte den methodischen Rahmen. Viele Unternehmensvertretende berichteten, erstmals konkrete Anknüpfungspunkte zwischen ihren eigenen Betriebsdaten und KI-Anwendungen erkannt zu haben. Die Botschaft war klar: Der entscheidende erste Schritt zur KI-Nutzung liegt nicht in der Technologie, sondern in der strukturierten Inventur der eigenen Daten. In der Diskussion wurde deutlich, dass der erfolgreiche Einsatz von KI weit mehr als eine technische Frage ist, er ist vor allem eine Frage des Changemanagements. Mitarbeitende brauchen Freiräume, um sich strategisch mit ihren eigenen Prozessen auseinanderzusetzen, konkrete Beispiele aus dem eigenen Umfeld und eine Führungskultur, die den Wandel aktiv begleitet und Aufklärung als Daueraufgabe begreift.

Beim abschließenden Ideenaustausch entstanden zahlreiche weiterführende Gespräche zwischen Unternehmensvertretenden, Forschenden und Partnern. Die Exkursion bewies einmal mehr: Die eigentliche Transformation beginnt im persönlichen Dialog.

Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch eine starke Kooperation regionaler und überregionaler Partner: das Transformationsnetzwerk Ostwürttemberg, digiZ Ostwürttemberg, Europe Direct Ostalb, KI-Allianz Baden-Württemberg sowie dem Stuttgarter Transformationsnetzwerk CARS 2.0 haben gemeinsam dafür gesorgt, dass KMU aus der Region einen niedrigschwelligen Zugang zu Zukunftstechnologien erhalten.